Freitag, 13. April 2018

Echte Mädchenkleider

Ganz aktuell - diese Woche bei schönstem Frühlingswetter fotografiert - präsentiere ich: die "Mädchenkleider".

Wenn ich schon neue Fotos von relativ neuen Kleidern - nur zweimal gewaschen :-) - habe, verblogge ich die lieber gleich, bevor sie dem Schicksal als Nachtrag zu enden anheimfallen. Davon gibts schon genug, sowohl auf der Festplatte schlummernde Fotos als auch nicht fotografierte Nähwerke. Besserung gelobe ich trotzdem lieber nicht. Die Tage sind voll und beginnen viel zu früh, was mir nicht liegt, sich aber in absehbarer Zeit nicht ändern lässt. Man gehe bitte wohlwollend davon aus, dass ich mit allem, was hier erscheint, mein Bestes gebe. :-D

Nun also - neuer Anlauf - die Mädchenkleider. Dass Kleider für Mädchen gedacht sind, ist ja wohl klar, und so entbehrt der Titel nicht einer gewissen Redundanz. So scheint es jedenfalls. Zur Rettung meiner Ehre in Sachen des schriftlichen Ausdrucks muss ich denn wohl schnellstens Fotos zeigen, die nachweisen, dass ich zu Recht auf dieser Bezeichnung bestehe. ;-)



Was hab ich gesagt? - Mädchenkleider, eindeutig. Von oben bis unten voller Mädchen. Dass auch Mädchen drinstecken, ist da fast schon nebensächlich.


Der schlichte und schön schul-, garten-, wald- und spielplatztaugliche Schnitt ist ein Ottobre-Modell (Blue Charlene, 4/16). Ich habe lediglich die im Schnitt vorgesehenen Bindebänder etwas an praktische Anforderungen angepasst. Nur der sichtbare geknotete Teil ist tatsächlich ein Jerseyband. Im Tunnel versteckt sich ein Gummi. So sind die Kleider flott an- und auszuziehen, ohne dass jedes Mal das Bändchen geöffnet werden muss.
An Mathilda sitzt die 134 schon gut. Emilias 122 hat noch deutlich Zuwachsreserve. Aber das ist nicht von Nachteil. Die Langarmzeit ist vorerst bald vorbei, und bekanntlich sprießen die Kinder über den Sommer besonders schnell.


Den schicken Mädchenstoff haben meine jungen Damen beim Sommerstoffmarkt des letzten Jahres aufgestöbert. Zuerst hatte Mathilda ihn in der Hand. Keine Frage, dass Emilia natürlich sofort denselben brauchte. Glücklicherweise gab es ihn in zwei unterschiedlichen Blautönen, genau passend zum jeweiligen Kind. Blaugrau fürs große Fräulein, dem die väterlichen Braunaugengene zumindest einen goldenen Schimmer um die Pupille in sonst graublauen Augen verliehen haben. Himmelblau fürs kleine Fräulein, dessen klare Blauaugen in dieser Farbe umso mehr strahlen. Perfekt. Fehlten nur noch passende Kombistoffe, denn das Modelmuster erschien mir doch zu dominant, um ein ganzes Kleidungsstück daraus zu nähen. Rotbrauner Punktejersey fand sich im Nähstübchen, hellblaue Sternchen im dunkelblauen Kaufhaus.


Die bequemen Schlupfkleider mit dem offenbar unschlagbar coolen Muster werden jederzeit gern wieder ausgeführt, wenn sie frisch und sauber zur Verfügung stehen. Das ist im fortgeschrittenen Alter der Damen immerhin nicht mehr selbstverständlich. Da kleidet man sich zunehmend nach jeweiliger Lust und Laune (die für Außenstehende, wie etwa vernunftorientierte Mütter nicht unbedingt nachvollziehbar ist - also drei Kreuze für jedes universell einsetzbare Stück im Kleiderschrank :-) ).
Zur Beliebtheit der lässigen Teile trägt wohl auch das Lob diverser Bewunderer bei, die sich für dieses Outfit immer finden, besonders wenn die beiden im Partnerlook auftreten.
Da haben Kauf und Näharbeit sich doch mal richtig gelohnt. Pures Nähmama-Glück. :-D

Sonntag, 1. April 2018

Der Osterpost

Da bin ich mal wieder, ganz nach Plan und mit schönster Regelmäßigkeit, wie ich betonen möchte. Immer zu Weihnachten und Ostern hat doch auch Methode, oder? :-D Nein, ich gebe es zu, eigentlich nehme ich mir nach jedem Post vor, den nächsten möglichst bald folgen zu lassen. Aber wie es so ist - mal ist dies und mal ist jenes und dann sind eben ganz schnell ein paar Monate ins Land gezogen.

In letzter Zeit (also eigentlich seit den Herbstferien) erging es uns wie wohl sehr vielen diesen Winter. Viren und Bakterien gaben sich die Klinke in die Hand, so dass nur selten für ein, zwei Tage alle Kinder die Schulbank drückten und auch der Mann seiner Arbeit nachging. Kaum traute ich mich dann hoffnungvoll, einen Plan zu fassen, was ich endlich mal in Ruhe erledigen könnte, wenn alle unterwegs sind, hatten wir wieder im Krankheitsroulette gewonnen und der nächste musste daheim bleiben. Mutter hält wie immer durch (bis auf ein angesichts der Gesamtsituation zu vernachlässigendes Zwischenspiel) und pflegt oder bespaßt die Invaliden - je nach Zustand.

Und so geht es munter weiter - heute knapse ich mir ein bisschen Zeit hierfür ab, mussten wir doch eh mal wieder ungeplant den ganzen Tag daheim bleiben. Kind 3 hat Fieber, was sonst? Nächste Woche soll ja der Frühling endlich Einzug halten. Hoffentlich können wir die glückliche Kombination aus Frühlingserwachen und Osterferien noch ein bisschen genießen.

Das Osterwochenende ist uns trotz allem nicht ganz verdorben - den sonnigen Karfreitag haben wir gut genutzt. Und am heutigen düsteren Ostersonntag machen wir es uns eben gemütlich und freuen uns da dran, so.
Ich präsentiere unser Ostern in Bildern - was gerade besonderen Spaß macht, weil ich, seit mich vor wenigen Wochen die vierte Null ereilte, ein neues Knipsspielzeug habe, mit dem ich ganz viel üben muss. :-)

Deko muss sein - wenn auch eher dezent und in Maßen. Statt Weihnachtskugeln kommen eben schlichte Keramikeier unter die Glashauben, der Weidenkranz wird mit ein paar Wachteleierchen, Federn und Moos geschmückt und auf dem Tisch stehen natürlich Eierstöcke. Wie, mit sowas schmückt ihr nicht eure Wohnung? Wir schon, seit unser Ältester mit drei Jahren zum ersten Mal bewusst den geschmückten Osterstrauch würdigte, indem er begeistert auf und nieder hüpfte und rief: "Oh, Eierstöcke, Eierstöcke!" :-D Da sind sie, auch in diesem Jahr wieder. Ganz eindeutig Eierstöcke, oder nicht?



Am Karfreitag feiern wir traditionell - ob das erlaubt ist oder nicht ;-) - Ostern einfach schon mal vor. Wir treffen uns mit lieben Freunden und borgen deren Einzelkind sozusagen ein paar Geschwister, damit die Ostersuche lustiger wird. Ein Waldspaziergang gehört auch zur Tradition und das Wetter spielt allermeistens ziemlich gut mit, so auch dieses Mal.


Wir Mamas spielen Osterhasen, bevor die ganze Rasselbande anrückt. Dieses Jahr gar nicht so einfach, so ganz ohne grünende Versteckmöglichkeiten. Aber wenigstens ergeben Blümchen und bunte Eier ein hübsches Osterbild.


Der Osterhase hatte da schon mal was vorbereitet - Osternestchen für die Freunde, untergebracht in Kuchenförmchen, die auch feuchtem Gras trotzen, wenn es sein muss. Und wenn sie leergefuttert sind, kann man praktischerweise auch noch Kuchen drin backen.


Alle Eier, Nester, Körbchen gefunden, Mittagessen verputzt - Zeit zum Sonne tanken im Wald. Noch steht dem kein Blätterdach im Wege.


Gut, dass es Gummistiefel gibt, denn der kleine Bachlauf ist natürlich wesentlich spannender als ein schnöder Weg.


Entdeckt man solche wilden Winkel, glaubt man kaum, dass das Waldstück von oben gesehen wohl kaum der Rede wert ist ...


... aber schön allemal. So gelangt man allerdings schneller als gedacht wieder auf zivilisierten Boden, bebaut zum Beispiel mit einem netten Spielplatz. Mit dem Bach kommt der zwar nicht mit, aber auch da kann man ganz gut durch die Gegend wuseln.


Manche so schnell, dass kaum ein Bild gelingt, auf dem ein Gesicht zu sehen wäre. :-)


Andere sind nicht ganz so flink, so dass man an der Stelle ein klein wenig mehr Glück hat. :-)


Der Abend klang gemütlich mit einem kleinen vorgezogenen Osterfeuerchen aus. Das wärmte zum Glück schön, denn man spürte schon, dass sich an diesem Wochenende der Frühling wohl noch nicht durchsetzen wird.

Der Samstag dräute wie angedroht duster und wurde auch im Lauf des Tages nicht besser. Das störte aber wenig. Einkäufe, das Backen von Keksen und Karottenkuchen, Vorkochen des Sonntagsessens, Eierfärben ... lässt sich auch ohne Sonne gut erledigen. Halt mal, Eierfärben? Das hab ich doch gar nicht gemacht! Hab ich mir dieses Jahr gespart, juhu! Ich muss wieder mal was zugeben, was vielleicht nicht sooo perfekt in die heile Familienbloggerwelt passt. Genau wie das Plätzchenbacken mit Kindern hasse ich Eierfärben, jawohl. Dieses Gematsche immer. Und nie werden sie so schön gleichmäßig, wie ich sie gern hätte. Das stundenlange Rumgedrehe, um dann präsentable Blogbilder zu bekommen, bäh. :-D Da kam es mir gerade recht, dass die Jüngste neulich beim Einkauf Ostereierstifte entdeckte und drauf bestand, die zu erwerben. Aber gerne doch. So musste ich die Eier nur kochen und hüten, bis sie eeendlich einigermaßen ausgekühlt waren, Kinder davorsetzen, Stifte freigeben, fertig. Und wir haben total kreative Eier. Da wachsen Kakteen neben Frühblühern, zeigen sich die schönsten Weihnachtsszenen, brennt das Feuer des heiligen Geistes, breiten sich selbst entworfene Teppichmuster aus - kurz, so ungewöhnliche Eier hatten wir noch nie. Ich find sie gut. Vor allem, weil ich sie nicht färben musste. :-p


So zieren die schönen bunten Kreationen den Osterfrühstückstisch, zusammen mit den Nestchen, die bei uns vom Osterhasen immer über Nacht auf den schon bereitgestellten Frühstückstellern hinterlassen werden.


Der Hase weiß offenbar, was mir gefällt. Dieses Mal hat er die Naschereien in schicken Kuchenförmchen aus dem Drogeriemarkt arrangiert. Man siehts hier nicht, aber das Muster passt sogar zu unserm Teppich. :-D

Nachdem wir festgestellt hatten, dass wir mit einem fiebernden Kind heute wohl nirgendwo hingehen würden, konnten wir denn auch ganz besonders gemütlich frühstücken. Da blieb sogar Zeit für ein paar weitere Kameraspielereien mit den Eierstöcken.




Zu Mittag kam noch lieber Besuch, wir haben ein paar kleine Geschenke versteckt und auch wiedergefunden, Karottenkuchen und Schokocookies genossen, das kranke Kind gehätschelt ... und damit mache ich jetzt weiter, bis es einschläft ...

Frohe Ostern noch allerseits und genießt die Frühlingssonne, wenn sie endlich kommt!

Mit etwas Glück kommt auch demnächst wieder Genähtes. Ungezeigte Werke sind reichlich vorhanden. Bis dann!

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Glitzer soll ja helfen ... MMM

Man sagt heutzutage, ein bisschen Glitzer würde so einiges gegen die Widrigkeiten des Lebens tun, insbesondere in Verbindung mit Einhörnern. Ich hoffe ja sehr, dass man letztere nicht wirklich braucht. Das wär mir dann doch zu blöd. Aber so ein bisschen Glitzer ... warum nicht?

Ich durfte vor einigen Wochen ein Designbeispiel fürs Schaufenster im Landfee-Lädchen in Pirna nähen. Die Stoffauswahl lief per Foto - jede der auserwählten Näherinnen warf für die Stoffe, die sie interessierten, ihre Ideen in die Runde. Eine bekam dann jeweils den Zuschlag. So landete bei mir ein silbern glitzernder French Terry in einem hübschen Jeansblau und musste eine Jacke für mich werden. Das war durchaus eine Herausforderung, aber das mag ich ja gerade an solchen Probenähereien - Stoffe zu vernähen, die ich sonst vielleicht nicht ausgesucht hätte, zu Sachen, die ich bei näherer Betrachtung daraus wahrscheinlich nicht gemacht hätte. Passen muss es am Ende natürlich trotzdem - zu mir und an mich. :-)


Der French Terry (den ich bisher nur in Form von eher festerem, fein gestricktem Sommersweat kannte), erwies sich als ziemlich locker gestrickt mit einer gröberen, frotteeartigen Rückseite. Daraus musste natürlich etwas weich Fallendes werden. Ideal wäre wahrscheinlich so ein vorn zipfeliger, schlichter Cardigan gewesen, oder ein lässiges Modell mit rund geschnittener Blende um den Saum. Hätte ich mir sehr gut vorstellen können, nur eben leider nicht an mir. Alles, was ohne Taillierung daherkommt, hebt nicht gerade meine vorteilhaftesten Seiten hervor ... Es hieß also, einen Schnitt zu finden, der aus weichen Strickstoffen genäht werden kann und trotzdem etwas Figur zeigt. Die Wahl fiel auf burda 6587 - einen Cardigan mit Taille und Schößchen.


Burda passt mir von den Proportionen her eigentlich immer recht gut, fällt aber oft reichlich aus. So auch hier wieder. Wobei, an gewissen hervorstehenden Körperteilen müsste es nicht weniger Stoff sein. ;-) An den Schultern dürfte die Jacke dagegen schon gern etwas schmaler sitzen. Ich habe Größe 40 genäht, hätte mich aber wohl auch gut an 38 wagen können. Zumal als Verschluss eigentlich eine eingenähte Schlinge vorgesehen ist, die ja noch einmal Weite dazugeben würde. Ich habe ein Knopfloch direkt in den Stoff gearbeitet. So gefiel mir die Passform besser.


Obwohl das weltverbessernde Glitzerteil nicht zu 100% perfekt sitzt, finde ich es gut tragbar. Gerade für anstehende Weihnachtsfeiern eignet es sich perfekt - ein bisschen Glamour zu einfachen Jeans und Shirts. So kann man dezent schick auftreten und sich trotzdem wohl fühlen. Durch die frotteeartige Rückseite wirkt das Jäckchen nämlich auch noch erstaunlich wärmend, ohne allzu dick aufzutragen.

Was das "Nähgefühl" angeht, würde ich einen derartigen Stoff in Zukunft nur noch zu Teilen mit möglichst wenigen Nähten verarbeiten. Dafür ist er wohl eigentlich auch gedacht. Dadurch, dass die Struktur locker ist und an der Rückseite relativ lose Schlaufen bildet, drücken sich bei dickeren Nähten leicht Fäden durch. (Bei mir zum Glück nur auf der Innenseite passiert.) Für die ganzen schlichten, modernen, lässigen Teile, die mir leider alle nicht stehen, ist es aber ein tolles Material, so mit integriertem Einhornzauber. :-D

Die Modelfotos sind, wie man sieht, nicht ganz aktuell. Dazu wäre es mir gerade ein bisschen kalt. Aber ich denke, das macht nix. Besser als dustere Wohnzimmerschnappschüsse ist das allemal. Fotografiert hat, wo er schon mal da war, mein "kleiner" Bruder, der das richtig gut macht, nicht nur mit mir: ART-ifact.

Und jetzt schicke ich mein Glitzerjäckchen noch zum MMM, seit langem mal wieder. Bin schon gespannt, mit welchen selbstgenähten Stücken sich die anderen Nähdamen den Winter verschönern ...

Montag, 11. Dezember 2017

Joy to the world ...

... trotz allem.


 Es ist mal wieder Weihnachtszeit, und unsere fing gleich turbulent an. Am 1. Advent steigerten sich die leichten Schmerzen im Knie, über die Kind 2 schon länger geklagt hatte ("Wirst wohl wachsen ..."), so weit, dass es beim Laufen Tränen gab. Da musste natürlich etwas unternommen werden. Also am Montag ab zur Kinderärztin. (Dass ich nebenher Zahnschmerzen hatte, konnte ich noch wegstecken. Erstmal das Kind, dann sehen wir weiter ...)

Das Kind wollte auch am Montagmorgen auf keinen Fall mit seiner Klasse ins Theater fahren, weil es sich den Weg nicht zutraute. Da musste schon wirklich etwas faul sein, immerhin, es drohte keine langweilige Schule, stattdessen würde es etwas richtig Schönes verpassen. Half leider nix, definitiv Kinderärztin. Die konnte bei aller Mühe nichts feststellen, Blutuntersuchung ergab ebenfalls nichts. Sie versprach also, uns einen Termin in der Kinderchirurgie des Krankenhauses zu besorgen, weil die sich da besser mit Kinderbeschwerden auskennen würden als die Radiologen im Ärztehaus.

Am Dienstag war die Kinderchirurgin nicht im Haus, es kam also auf einen neuen Versuch am Mittwoch an. Dafür blieb Kind 3 nun auch mit daheim - fiebriger Infekt. Nix für einen Schultag, aber durchaus nach Bespaßung verlangend. Wo wir schon mal Zeit hatten, haben wir eben Plätzchen gebacken und dekoriert. Das heißt, ich habe größtenteils die Mädels machen lassen und nur hier und da helfend eingegriffen. Geht mittlerweile ganz gut, hat was, fühlt sich gleich weniger stressig an. :-)

Mein Zahn weigerte sich leider hartnäckig, sich zu beruhigen, und ich kam nicht umhin, am Mittwoch morgen trotz dem erwarteten Anruf von der Ärztin zum Zahnarzt zu gehen. Gesagt, getan, Zahn reparieren lassen und ganz sehr hoffen, dass der Nerv sich dann auch wieder einkriegt. Wurzelbehandlung vor Weihnachten will weder ich noch der Zahnarzt ...
Schnell wieder ab nach Hause, der Anruf war schon gekommen - chirurgische Ambulanz ab 9.00 Uhr. Und es war schon kurz vor 9. Also gleich wieder los, in der irrigen Annahme, dass man ja wohl zu der Zeit, für die sich der Bofrost-Mann angekündigt hatte, wieder da wäre, in reichlich 2 Stunden sollte doch diese eine Untersuchung ... wie kann man blauäugig sein ...
Dezente Verwirrung bei der Anmeldung, weil alles telefonisch gelaufen war und wir keinerlei Papier dabei hatten. Ich glaube, manchmal ist die ungeliebte und unfreiwillige Privatversicherung der Kinder doch zu was gut. Damit geht dann offenbar noch einiges ...

Chirurgische Ambulanz - warten, malen, vorlesen, warten ... Untersuchung ... warten ... Röntgen ...warten, nichts. Heißt, das Kind braucht ein MRT. Da ist nun aber ohne stationäre Aufnahme nicht in absehbarer Zeit ranzukommen. Also ließen wir uns eben stationär aufnehmen. Wieder ein bisschen warten, zum xten Mal die gleichen Fragen beantworten, messen, wiegen, noch mal untersuchen, wieder Blutabnahme, ach, gleich noch einen Zugang fürs Kontrastmittel (schade, linker Arm, bissel blöd jetzt. Hätten wir das gewusst, hätten wir das Betäubungspflaster bei unserer Linkshänderin lieber rechts kleben lassen. Na ja, ist nun halt so, sie gewöhnt sich dran.) Aufklärung zum MRT, tausend Zettel unterschreiben. Dann endlich auf Station, eine Schwester  brachte uns aufs Zimmer und verschwand wieder. Das etwas fiebrige Jüngste, das notgedrungen mit musste und bis dahin vorbildlich brav war, wälzte sich nun am Boden und erklärte nachdrücklich, es müsse nun wirklich nach Hause. Ich erkundigte mich also vorsichtig, ob wir immer noch auf irgendwas warten und - nein, es war nur grad stressig, 3 Aufnahmen gleichzeitig. Wir durften nach 5 Stunden gehen, das jammernde Jüngste endlich mit Essen versorgen, schnell nen Kaffee trinken und Sachen für Kind 2 packen. Puuuh .... Zurück ins Krankenhaus, dem Kind Gesellschaft leisten. Zum Glück bekam es noch eine nette Zimmergenossin und war nicht so allein beim Abschied.

Den nächsten Tag verbrachten wir (Kind 2 und ich) wartend im Krankenhaus. (Kind 3 konnte zum Glück anderweitig untergebracht werden, Opa sei Dank!) MRT war recht schnell für Freitag morgen angesetzt worden, das große Mädel würde also noch eine Nacht im Krankenhaus verbringen müssen - mangelnde Begeisterung. Eine Ultraschalluntersuchung, die im Lauf des Tages stattfinden sollte, kam dann doch nicht. Die Bettnachbarin durfte gehen, unser Kind nicht - Tränen. Aber die liebe Stationsschwester meinte, sie hätte nach einer weiteren Entlassung "noch ein Mädchen übrig" :-). Das kam mit ins Zimmer und schon sah die Welt wenigstens ein klein wenig besser aus.

Am Freitag konnte Kind 3 zum Glück wieder in die Schule, musste aber hingebracht werden, da es sich weigerte, überhaupt zu gehen, wenn es die 100 Meter Schulweg allein bewältigen müsste ... Was soll's, machen wir auch noch. Die Zeit reicht dann ja gerade noch so knapp, um Kind 2 noch rechtzeitig vor dem Termin beim Anziehen zu helfen ... Im Krankenhaus wurde wieder seeehr lange gewartet. Zwischendurch fanden aber tatsächlich MRT und Ultraschall statt. Gegen 14.00 Uhr durften wir dann endlich nach Hause und wissen jetzt immerhin, was mit dem Bein nicht stimmt. Kleine Zysten und ein Erguss im Gelenk, eventuell doch auch eine Entzündung. Kann durch ein Trauma ausgelöst worden sein (auch wenn uns keins bewusst ist), kann auch rheumatisch sein. Letzteres wollen wir nicht hoffen, denn das würde chronische Probleme bedeuten. Jetzt heißt es nur, Schmerzmittel, Sportbefreiung und abwarten. Vielleicht ist ja zur Nachuntersuchung wieder alles gut.

Die Weihnachtszeit wollen wir trotzdem genießen und haben natürlich ein bisschen gemütlich dekoriert. Davon gibts jetzt noch ein paar Bilder für einen erfreulichen Abschluss. Und im nächsten Post gibts wieder was Genähtes, versprochen.





Donnerstag, 23. November 2017

Malia-Magie

Allerhöchste Zeit für einen neuen Kleiderpost - dieses Mal mit einem Kleid für "große Mädchen" in der Hauptrolle. Ich durfte wieder einmal probenähen für Frau "Prachtkinder". Es wurde lange und intensiv getüftelt und perfektioniert, schöne Frauen aller Formate testeten den neuen Schnitt auf Herz und Nieren.

Was herausgekommen ist, ist ein Zauberkleid, im wahrsten Sinne des Wortes. Es tritt unter dem schönen Namen "Malia" auf und kann fast alles. Es steht so gut wie jeder Frau. Hat man (wie in meinem Fall) reichlich weibliche Rundungen zu bieten, werden die sehr charmant verpackt und vorteilhaft ins rechte Licht gerückt. Kann man nicht mit den Kurven einer Diva mithalten, sollte man es ebenfalls mit "Malia" versuchen - das Kleid zaubert notfalls die Sanduhrsilhoutte her, wo keine ist. Man fühlt sich wirklich unbeschreiblich weiblich in diesem Kleidungsstück. Komplimente bestätigen das Gefühl. ;-)

Das Beste dabei - es ist auch noch total bequem. Genäht wird es nämlich aus dehnbaren Stoffen, die jede Bewegung mitmachen. Ob fließender Viskosejersey für sommerliche Tage, festerer Romanit für den schicken Auftritt im Herbst oder feiner Strick für ein elegant wärmendes Winterteil - Malia funktioniert und lässt die Trägerin zauberhaft aussehen. Schaut euch über den Prachtkinder-Blog die vielseitigen Ergebnisse des Probenähens an und lasst euch überzeugen.

Jetzt genug der Lobreden, Beweisfotos müssen her. Mein Exemplar wurde aus Romanit genäht, der etwas Stand hat und dem Kleid dadurch eher elegantes Flair verleiht.

Etwas duster aus dem Treppenhaus, aber hier kann man den Sitz des Kleides gut beurteilen. Die eingelegten Falten in Oberteil und Rock machen "Malia" zu etwas Besonderem und betonen gleichzeitig nett die femininen Formen.

Die Bilder von draußen - mit Sonne und herrlicher Herbstfärbung - gibt's zum Ausgleich. Hier sieht man allerdings vor allem, wie das Kleid bei starkem Wind sitzt (oder klebt). :-)



Ich habe meine Malia zur Hochzeit der Schwägerin getragen und sie hat sich bestens bewährt. Es wird wohl nicht die letzte bleiben. Eine Wintervariante oder ein leichteres Jerseymodell für den Sommer reizen mich auch noch.

Wie immer, wenn ich ein Schnittmuster empfehle, bin ich ehrlich begeistert und überzeugt davon. Es wurde so intensiv und professionell daran gearbeitet bis zur größtmöglichen Perfektion, dass eigentlich nichts schiefgehen sollte. Da dieser Schnitt, um die Trägerin optimal in Szene zu setzen, eventuell an die individuellen Formen angepasst werden muss, bietet die Anleitung auch Tipps, wie das zu bewerkstelligen ist. Neben der Kleidervariante kann "Malia" auch als Shirt genäht werden.

Ich fasse zusammen: "Malia" - vielseitig, bequem, superfeminin, zauberhaft. Probiert es einfach selbst. Erhältlich ist "Malia" hier.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Männersache ... na ja, fast

17. Oktober - unser alljährliches Elternjubiläum. Was natürlich nicht so wichtig ist. Viel zentraler ist dann doch die andere Deutung des besonderen Datums: Unser Großer hat Geburtstag! Das kleine Baby mit der Strubbelfrisur, das wir in seine orangefarbene Decke gekuschelt noch immer deutlich und staunend vor uns sehen, wird wieder ein Jahr älter. 11 sind es nun schon, und so langsam aber sicher zeigen sich die ersten Anzeichen, dass das Baby lange Geschichte ist und aus dem Kind ein Mann werden will ... irgendwann.

Allergrößter Geburtstagswunsch zum Jubiläumsjahr der ersten Mondlandung wäre die Saturn V eines bekannten Herstellers von zusammensetzbarem Plastikspielzeug gewesen. Nur leider, leider war die limitierte Auflage ruckzuck ausverkauft und einzelne Exemplare nur noch zu horrenden Preisen bei cleveren profitorientierten Händlern zu bekommen. Schaaade ...
Deswegen, damit er wenigstens eine Saturn V hat, der Geburtstagskuchen:


So glaubte der junge Mann wenigstens noch beim Entern des Geburtstagstischs. Aber wir denken ja mit, kennen unser Kind nicht erst seit gestern und haben einen tiefen Kleiderschrank im Schlafzimmer ... wo auch die andere sehnlich gewünschte Mondrakete schon seit Monaten geschlummert hatte. :-D Noch nie hatte ich mich so lange und intensiv auf den Geburtstag eines Kindes gefreut. Es gab denn auch strahlende Augen und die Feststellung, dass wir ihn da aber ganz schön veralbert hätten und ja sooo gute Schauspieler wären. Wenn der wüsste, wie schwer das war! Aber der Überraschungsmoment war's wert.

Der Geburtstag bot wieder einen willkommenen Anlass, mal ein Jungenteil zu nähen, was doch nicht besonders häufig vorkommt. (Es gibt da einen Kleidungsversand, der Weltraumshirts anbietet, die ich so toll niemals hinbekommen könnte ...) Andererseits müssen ja nicht überall fotorealistische Drucke von Raumfahrtmotiven drauf sein. Auch eine Känguruhtasche sorgt zurzeit dafür, dass ein Kleidungsstück beim jungen Mann ganz oben auf der Beliebtheitsliste landet. Sollte er haben:


Er bekam einen kuscheligen "Mika" (Pattydoo) mit Lederdetails, Tubekragen und coolem Sternenbündchen in Lieblingsgrün. (Stoffe und Zubehör: stoffe.de, Leder aus einer Restetüte vom dunkelblauen Stadtkaufhaus). Und jetzt hab ich den Salat - jetzt muss ich unbedingt noch so einen nähen, weil der Herr sich sonst weigert, diesen auszuziehen und der Waschmaschine anzuvertrauen. Bis Weihnachten kann ich da wohl nicht warten ... :-)

Sonntag, 22. Oktober 2017

Ladies in Türkis

Ich hatte anlässlich der Hochzeit neue Kleider versprochen - hier sind sie nun in Wort und Bild:


Unsere beiden kleinen Damen waren auserwählt, zu den Blumenstreukindern zu gehören. Dass die Hochzeit nicht amerikanisch pompös mit Spitzen, Rüschen und riesigen Tüllwolken ausfallen würde, wussten wir. Außerdem war klar, dass wir dort hin ein paar Stündchen fahren würden und am Ziel kaum Gelegenheit hätten, knittrige Kleider noch mal aufzubügeln. Deswegen fiel die Wahl beim Kleiderschnitt und -material auf etwas Bügelfreies. Schick sollte es sein, aber auch nicht allzu sehr. Das Gesuchte fand sich im "Sweatkleid Rosa" von Pattydoo. Statt Sommersweat habe ich als feinere Alternative Romanit vernäht. Die kurzen Ärmel wurden auf herbstliche 3/4 verlängert. Die im Schnittmuster vorgesehenen Rocktaschen habe ich für einen etwas weniger sportlichen Look weggelassen. Dafür musste ich beim größeren Mädel im Rücken Abnäher einfügen, damit das Kleid gut sitzt. Ich glaube, weil sie etwas klein geraten ist, entspräche ihre Figur zwar eher schon den Schnittmustern für größere Kinder und Teens, ihre Kleidergröße bewegt sich aber noch im Bereich für die Jüngeren. Muss man halt anpassen, ist mir ja nicht neu ...



Nachdem die Kleider fertig waren, kam mir dann der eine oder andere Anflug von Zweifel, ob Mädchen in so einem Outfit beim Blumenstreuen nicht doch underdressed wäre ... Aber nein, alles gut. Die anderen jungen Damen waren so gekleidet, wie unsere eher in die Schule gehen. Das wäre mir für den Anlass wieder zu wenig gewesen. Wir hatten den türkisfarbenen Partnerlook durch cremefarbene Strumpfhosen mit Glitzerpünktchen, cremefarbene Blütenspängchen und für draußen (gekaufte) cremefarbene Fleecejacken ergänzt und fanden es schön so. Besonders die Ladies fanden sich umwerfend und schwenkten dann noch elegante Handtäschchen zu ihrem "coolen Look" - wie sie es neuerdings nennen, wenn sie ein Outfit lieben. :-D


Nicht zuletzt machten diese Kleider problemlos jede Menge Action mit, die sich automatisch ergibt, wenn Cousins und Cousinen zusammenkommen und auch noch reichlich Herzchenluftballons zur Verfügung stehen ...


Da diese neuen Lieblingsteile schnell gewaschen und ohne Bügeln wieder im Schrank gelandet sind, muss man sie im Alltag nicht hüten, sondern kann sie auch zu weniger festlichen Gelegenheiten immer wieder tragen. Genau das, was wir brauchen ...