Donnerstag, 23. November 2017

Malia-Magie

Allerhöchste Zeit für einen neuen Kleiderpost - dieses Mal mit einem Kleid für "große Mädchen" in der Hauptrolle. Ich durfte wieder einmal probenähen für Frau "Prachtkinder". Es wurde lange und intensiv getüftelt und perfektioniert, schöne Frauen aller Formate testeten den neuen Schnitt auf Herz und Nieren.

Was herausgekommen ist, ist ein Zauberkleid, im wahrsten Sinne des Wortes. Es tritt unter dem schönen Namen "Malia" auf und kann fast alles. Es steht so gut wie jeder Frau. Hat man (wie in meinem Fall) reichlich weibliche Rundungen zu bieten, werden die sehr charmant verpackt und vorteilhaft ins rechte Licht gerückt. Kann man nicht mit den Kurven einer Diva mithalten, sollte man es ebenfalls mit "Malia" versuchen - das Kleid zaubert notfalls die Sanduhrsilhoutte her, wo keine ist. Man fühlt sich wirklich unbeschreiblich weiblich in diesem Kleidungsstück. Komplimente bestätigen das Gefühl. ;-)

Das Beste dabei - es ist auch noch total bequem. Genäht wird es nämlich aus dehnbaren Stoffen, die jede Bewegung mitmachen. Ob fließender Viskosejersey für sommerliche Tage, festerer Romanit für den schicken Auftritt im Herbst oder feiner Strick für ein elegant wärmendes Winterteil - Malia funktioniert und lässt die Trägerin zauberhaft aussehen. Schaut euch über den Prachtkinder-Blog die vielseitigen Ergebnisse des Probenähens an und lasst euch überzeugen.

Jetzt genug der Lobreden, Beweisfotos müssen her. Mein Exemplar wurde aus Romanit genäht, der etwas Stand hat und dem Kleid dadurch eher elegantes Flair verleiht.

Etwas duster aus dem Treppenhaus, aber hier kann man den Sitz des Kleides gut beurteilen. Die eingelegten Falten in Oberteil und Rock machen "Malia" zu etwas Besonderem und betonen gleichzeitig nett die femininen Formen.

Die Bilder von draußen - mit Sonne und herrlicher Herbstfärbung - gibt's zum Ausgleich. Hier sieht man allerdings vor allem, wie das Kleid bei starkem Wind sitzt (oder klebt). :-)



Ich habe meine Malia zur Hochzeit der Schwägerin getragen und sie hat sich bestens bewährt. Es wird wohl nicht die letzte bleiben. Eine Wintervariante oder ein leichteres Jerseymodell für den Sommer reizen mich auch noch.

Wie immer, wenn ich ein Schnittmuster empfehle, bin ich ehrlich begeistert und überzeugt davon. Es wurde so intensiv und professionell daran gearbeitet bis zur größtmöglichen Perfektion, dass eigentlich nichts schiefgehen sollte. Da dieser Schnitt, um die Trägerin optimal in Szene zu setzen, eventuell an die individuellen Formen angepasst werden muss, bietet die Anleitung auch Tipps, wie das zu bewerkstelligen ist. Neben der Kleidervariante kann "Malia" auch als Shirt genäht werden.

Ich fasse zusammen: "Malia" - vielseitig, bequem, superfeminin, zauberhaft. Probiert es einfach selbst. Erhältlich ist "Malia" hier.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Männersache ... na ja, fast

17. Oktober - unser alljährliches Elternjubiläum. Was natürlich nicht so wichtig ist. Viel zentraler ist dann doch die andere Deutung des besonderen Datums: Unser Großer hat Geburtstag! Das kleine Baby mit der Strubbelfrisur, das wir in seine orangefarbene Decke gekuschelt noch immer deutlich und staunend vor uns sehen, wird wieder ein Jahr älter. 11 sind es nun schon, und so langsam aber sicher zeigen sich die ersten Anzeichen, dass das Baby lange Geschichte ist und aus dem Kind ein Mann werden will ... irgendwann.

Allergrößter Geburtstagswunsch zum Jubiläumsjahr der ersten Mondlandung wäre die Saturn V eines bekannten Herstellers von zusammensetzbarem Plastikspielzeug gewesen. Nur leider, leider war die limitierte Auflage ruckzuck ausverkauft und einzelne Exemplare nur noch zu horrenden Preisen bei cleveren profitorientierten Händlern zu bekommen. Schaaade ...
Deswegen, damit er wenigstens eine Saturn V hat, der Geburtstagskuchen:


So glaubte der junge Mann wenigstens noch beim Entern des Geburtstagstischs. Aber wir denken ja mit, kennen unser Kind nicht erst seit gestern und haben einen tiefen Kleiderschrank im Schlafzimmer ... wo auch die andere sehnlich gewünschte Mondrakete schon seit Monaten geschlummert hatte. :-D Noch nie hatte ich mich so lange und intensiv auf den Geburtstag eines Kindes gefreut. Es gab denn auch strahlende Augen und die Feststellung, dass wir ihn da aber ganz schön veralbert hätten und ja sooo gute Schauspieler wären. Wenn der wüsste, wie schwer das war! Aber der Überraschungsmoment war's wert.

Der Geburtstag bot wieder einen willkommenen Anlass, mal ein Jungenteil zu nähen, was doch nicht besonders häufig vorkommt. (Es gibt da einen Kleidungsversand, der Weltraumshirts anbietet, die ich so toll niemals hinbekommen könnte ...) Andererseits müssen ja nicht überall fotorealistische Drucke von Raumfahrtmotiven drauf sein. Auch eine Känguruhtasche sorgt zurzeit dafür, dass ein Kleidungsstück beim jungen Mann ganz oben auf der Beliebtheitsliste landet. Sollte er haben:


Er bekam einen kuscheligen "Mika" (Pattydoo) mit Lederdetails, Tubekragen und coolem Sternenbündchen in Lieblingsgrün. (Stoffe und Zubehör: stoffe.de, Leder aus einer Restetüte vom dunkelblauen Stadtkaufhaus). Und jetzt hab ich den Salat - jetzt muss ich unbedingt noch so einen nähen, weil der Herr sich sonst weigert, diesen auszuziehen und der Waschmaschine anzuvertrauen. Bis Weihnachten kann ich da wohl nicht warten ... :-)

Sonntag, 22. Oktober 2017

Ladies in Türkis

Ich hatte anlässlich der Hochzeit neue Kleider versprochen - hier sind sie nun in Wort und Bild:


Unsere beiden kleinen Damen waren auserwählt, zu den Blumenstreukindern zu gehören. Dass die Hochzeit nicht amerikanisch pompös mit Spitzen, Rüschen und riesigen Tüllwolken ausfallen würde, wussten wir. Außerdem war klar, dass wir dort hin ein paar Stündchen fahren würden und am Ziel kaum Gelegenheit hätten, knittrige Kleider noch mal aufzubügeln. Deswegen fiel die Wahl beim Kleiderschnitt und -material auf etwas Bügelfreies. Schick sollte es sein, aber auch nicht allzu sehr. Das Gesuchte fand sich im "Sweatkleid Rosa" von Pattydoo. Statt Sommersweat habe ich als feinere Alternative Romanit vernäht. Die kurzen Ärmel wurden auf herbstliche 3/4 verlängert. Die im Schnittmuster vorgesehenen Rocktaschen habe ich für einen etwas weniger sportlichen Look weggelassen. Dafür musste ich beim größeren Mädel im Rücken Abnäher einfügen, damit das Kleid gut sitzt. Ich glaube, weil sie etwas klein geraten ist, entspräche ihre Figur zwar eher schon den Schnittmustern für größere Kinder und Teens, ihre Kleidergröße bewegt sich aber noch im Bereich für die Jüngeren. Muss man halt anpassen, ist mir ja nicht neu ...



Nachdem die Kleider fertig waren, kam mir dann der eine oder andere Anflug von Zweifel, ob Mädchen in so einem Outfit beim Blumenstreuen nicht doch underdressed wäre ... Aber nein, alles gut. Die anderen jungen Damen waren so gekleidet, wie unsere eher in die Schule gehen. Das wäre mir für den Anlass wieder zu wenig gewesen. Wir hatten den türkisfarbenen Partnerlook durch cremefarbene Strumpfhosen mit Glitzerpünktchen, cremefarbene Blütenspängchen und für draußen (gekaufte) cremefarbene Fleecejacken ergänzt und fanden es schön so. Besonders die Ladies fanden sich umwerfend und schwenkten dann noch elegante Handtäschchen zu ihrem "coolen Look" - wie sie es neuerdings nennen, wenn sie ein Outfit lieben. :-D


Nicht zuletzt machten diese Kleider problemlos jede Menge Action mit, die sich automatisch ergibt, wenn Cousins und Cousinen zusammenkommen und auch noch reichlich Herzchenluftballons zur Verfügung stehen ...


Da diese neuen Lieblingsteile schnell gewaschen und ohne Bügeln wieder im Schrank gelandet sind, muss man sie im Alltag nicht hüten, sondern kann sie auch zu weniger festlichen Gelegenheiten immer wieder tragen. Genau das, was wir brauchen ...

Montag, 9. Oktober 2017

Hochzeitsglocken

... läuteten am Samstag für die Schwägerin und ihren Traummann, den wir alle mit Freuden in der Familie begrüßen. Damit der große Tag für Brautpaar und Gäste so richtig schön und unvergesslich wird, ist einiges zu bedenken, zu organisieren und zu gestalten. Zum Glück kann man, wenn man Freunde und Familie clever wählt ;-), die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen. Ich durfte mich an der Deko des Saals für die Feier austoben.

Ich schaue mir ja gern Ideen zur Ausgestaltung von Hochzeitsfeiern auf Pinterest an. Die sind so schön rundum perfekt, Geld scheint jedenfalls keine Rolle zu spielen und mit den Räumen kann man wohl meistens auch nach Herzenslust verfahren, überall Nägel einschlagen oder andere Befestigungsmöglichkeiten anbringen ... In der Realität sieht es wohl bei vielen, die es nicht auf Pinterest schaffen, etwas anders aus. Jedenfalls war es in unserem Fall so. Gleiche weiße Hussen für alle 70 Stühle fielen schon mal aus ... die Verhängung des ganzen Saals mit weißen Stoffen ebenfalls ... Wände konnten im gemieteten Saal auch nicht dekoriert werden. Also blieb uns vor allem der Tisch. Hübsch gedeckt sollte er sein, Blümchen sollten drauf stehen, Kerzen leuchten, ein bisschen was hermachen sollte das Ganze schon ... aber bezahlbar. Es durfte dabei gern etwas rustikal zugehen, schick, aber eher schlicht und gemütlich. Ich glaube, den Kommentaren von Brautpaar und Gästen nach zu urteilen, ist das gelungen. Wer also Inspirationen für eine Herbsthochzeit sucht, so haben wir's gemacht:


Im Oktober ist die Auswahl an preiswerten Blumen schon recht begrenzt. Für eine meterlange Tafel gibt der Garten nicht mehr genügend her. Will man Blumen kaufen, muss man dafür schon etwas tiefer ins Portemonnaie greifen. Eins gibt es allerdings gerade überall, mittlerweile auch in unterschiedlichsten Farbschattierungen: Heidekraut. Das sollte also die Blume der Wahl sein. Dank lieber Bekanntschaft mit elterlichem Blumenladen und Großmarktzugang war es zum Glück auch kein Problem, das gleich palettenweise zu bekommen. Die Einladungskarten des Brautpaars hatten als Farbschema schon Bordeaux und Creme vorgegeben, so dass ich mich für weiße Erika entschieden habe. Steckt man die in preiswerte Zinktöpfe vom schwedischen Möbelhaus, kommt ein bisschen Landhausglanz auf den Tisch. Abgesehen davon wirkt die schiere Menge schon für sich.


Für den warmen Kerzenschein sollten selbst gebastelte Windlichter sorgen. Wir haben viiieeele Marmeladengläser gesammelt (etwas Sand unten rein, weil viele Böden gewölbt sind) und sie mit Banderolen aufgehübscht. Dazu haben wir Bastelpapier mit Notendruck zugeschnitten und mit einem fliegenden Stanzer Herzchenfenster hineingelocht. Der "Abfall" macht sich gleich noch als Streudeko auf dem Tischläufer aus Sizoweb nützlich. Weil wir ca. 80 Gläser vorzubereiten hatten, haben Schwägerin und ich uns die Arbeit geteilt. Leider liegen im Alltag ein paar hundert Kilometer zwischen uns, so dass wir nicht bemerken konnten, dass unsere Jutekordeln unterschiedliche Rottöne hatten. Na ja, der kleine Kopfperfektionist mault zwar, aber alles noch mal ändern ... nee, dann doch nicht. Hat auch so lang genug gedauert. Und der Herbst hat schließlich viele Rottöne zu bieten. :-)


Für die Gedecke dient eine bordeauxfarbene Serviette als farbige Unterlage. Darauf wird die cremefarbene drapiert. Wir haben sie gerollt (geht gut z. B. über einer Rolle Frischhaltefolie o. ä., dann werden alle gleichmäßig), mit Jutekordel zusammengehalten und daran gleich noch ein Etikett als Tischkärtchen festgebunden. Das besteht aus Scrapbooking-Karton, wurde mit dem Blättermotiv bestempelt und mit einem Brushpen beschriftet. Eigentlich wollte ich Feder und Tinte benutzen. Leider erwies sich das Papier als zu rau und die Tinte faserte aus. Macht nichts, ist so auch nett. Noch ein Zweiglein Erika dazu, fertig.


Für das Centerpiece auf dem Brauttisch habe ich mal kurz meine Küche geplündert. Die Etagere beherbergt sonst unser Obst. Für so ein herbstlich-hochzeitliches Arrangement eignet sie sich aber auch perfekt. Der Garten spielt ebenfalls mit - die Hortensien, im Sommer weiß, haben jetzt ein so wunderschönes, glühendes Bordeaux und Grün angenommen, als hätten wir's bestellt.


Auf die Etagere kommt, was der Herbst gerade bietet und farblich passt: Kürbisse, Birnen, Trauben, Feigen, Granatäpfel.


Garniert wird mit Efeu und Heidekraut in kleinen Zinktöpfen. Da es gerade keine Minipflanzen mehr gab, wurden eben große "gerupft" und die Zweiglein in Sand gesteckt.


Eine "kahle Stelle" konnte noch durch ein bodenständiges Dekoelement verschönert werden. Als Behältnis dient wieder ein Topf vom Schweden, dieses Mal im Großformat. Der wurde mit Vogelsand gefüllt. So hält er die Birkenäste aus dem Wald. zu deren Füßen wurden Hortensie, Heidekraut und Kürbis arrangiert, ein bisschen Efeu dazu, Minilichterketten auf Draht bringen festlichen Schimmer. An den Ästen hängen "Kugeln" aus gestanzten Kreisen. Dafür durfte sich ein Buch noch einmal nützlich machen, das sonst im Altpapier gelandet wäre.


Die Deko mit allem, was dazugehört, war unser Geschenk fürs Brautpaar. Da wir ihnen die ja sozusagen nur aufs Auge, aber nicht in die Hand drücken konnten, habe ich sie noch einmal im Miniformat in einer kleinen Holzstiege nachgebaut  - für den Geschenketisch:


Ein Minigedeck aus Schnapsgläschen und Kerzenteller:


Eine Karte gehörte natürlich auch dazu, mühsam zusammengeklebt aus Blümchenkonfetti. Das war meinem Kopf nun mal eben eingefallen, und hübsch siehts ja aus ... :-) :


So, mit diesem Post finden nun wochenlanges Ideenwälzen und Basteln endlich einen Abschluss. Jetzt muss ich nur noch den Kram wegräumen, der als Spätfolge des Ganzen noch die Wohnung ziert ... :-)

Ein paar neue Kleider gab's natürlich auch zur Feier des Tages. Die gibt's dann demnächst zu sehen.

Freitag, 29. September 2017

Tschüs und Auf Wiedersehen!

Keine Angst, ich bleibe hier. :-) Es gibt nur weitere Abschiedsgeschenke für diverses Lehr- und Erziehungspersonal zu zeigen. Von manchen mussten wir uns, abgesehen von gelegentlichen Besuchen, für immer verabschieden. Von manchen nicht so ganz, denn Kind 3 macht nahtlos da weiter, wo Kind 1 die Grundschule verlassen hat - der selbe Lehrer, die selbe Hortnerin. Deshalb ist das Abschiedsgeschenk inhaltlich auch schon ein kleiner Hinweis auf das Kommende geworden. Ich packe zu solchen Anlässen gern Dinge ein, die man wirklich benutzen kann (ohne ständig an die Schule erinnert zu werden ;-) ) oder die sich mit der Zeit aufbrauchen. Kunstvolle Erinnerungsstücke mit Fotos, gestickten Namen etc. mögen ja erstmal ganz nett sein. Ich betrachte die Schenkerei allerdings auch immer ein bisschen von der Seite des Empfängers und kann mir vorstellen, dass mit den Jahren eine Lehrerwohnung zum Schrein verflossener Klassen mutieren würde, würde man das alles aufbewahren. Ich würde das nicht wollen und denke, so mancher Lehrer oder manche Lehrerin vielleicht auch nicht. ;-)

Falls jemand Inspirationen sucht - so sahen unsere kleinen Versorgungspäckchen für Raphaels sehr junge Hortnerin und für die Kita-Leiterin (der wir nach 3 Kindern im selben tollen Kindergarten nun endgültig Lebewohl sagen mussten) aus:


Alles mit ein paar netten Zettelchen zur "Erklärung" beklebt.


Für die Damen wurden die Sachen in einem Susie-Täschchen (Pattydoo) hübsch verpackt:

Für die beste Erzieherin der Welt ein Modell in Bordeaux, ihrer Lieblingsfarbe (Freundebücher sind wahre Fundgruben für nützliche Informationen :-) ). Um Emilias ewige Liebe zum Ausdruck zu bringen, mit Herzchenknopf. Und ohne ein paar Pünktchen wäre eine authentische Erinnerung an uns keinesfalls komplett. Schließlich war kitaweit bekannt, dass all die gepunkteten Gummistiefel, Regenjacken und sonstigen Accessoires in unsere Familie gehören. :-)

Für die Kita-Leiterin in etwas gedecktem Design, orientiert an ihrer Garderobe, gefällt hoffentlich so.

Hier schmuggle ich mal noch nicht gezeigte Altlasten von 2015 dazwischen. Diese Susie bekam schon Mathildas Erzieherin zum Abschied geschenkt.

Für Raphaels Hortnerin ein schön frisches Design. Wäre mein persönlicher Favorit und scheint gut anzukommen. Emilia berichtete jedenfalls, dass das Täschchen mit Stiften in täglichem Gebrauch ist.

Da der einzige Herr in der Runde, der Grundschullehrer, wohl nicht so ganz in die Zielgruppe für Kosmetiktäschchen passt, gab's für ihn ein Utensilo, das sich hoffentlich irgendwo nützlich macht.

Das waren vorerst genug Abschiede, jetzt sind wir erstmal einigermaßen im neuen Alltag angekommen und widmen uns dessen Anforderungen an Zeit, Geld und Kreativität. :-)

Dienstag, 26. September 2017

Willkommen und Abschied

Weiter gehts mit Werken aus der turbulenten Sommerzeit. Wie schon erwähnt, standen beim angehenden Schulkind einige Abschiede an. Zum Beispiel vom besten Erzieher der Welt. Da der gerade zum ersten Mal stolzer Papa wurde, war wohl die größte Freude, die man ihm machen konnte, ein Willkommensgeschenk für den Nachwuchs. Das fiel etwas speziell aus. Ein cooler Vater kann natürlich nicht mit Bärchen, Häschen und Co. und in Rosa oder Hellblau mit dem Kind auf die Piste gehen. Zum Glück hatte der Lieblingserzieher im Kindergarten seine große Begeisterung für eine wohlbekannte Fledermaus nicht verhehlt, so dass die Design- und Farbwahl nicht schwer fiel.

Daher gab es für die kleine Familie ein bei uns schon mehrfach bewährtes Wickeltäschchen für die Handtasche - gefüllt mit ein paar kleinen "Überlebenshilfen" für die erste Zeit mit Baby. In Anthrazit mit gelber Schrägbandeinfassung, mit Wachstuch gefüttert, bebügelt mit einem gekauften Porträt des Fledermannes. Die Größe richtet sich nach unseren Erfahrungswerten. So passen ein winziges Ersatzoutfit, ein oder zwei Windeln und die nötigsten Wickelutensilien hinein:


Dazu haben wir für den ultimativen Vater-Sohn-Look noch ein Babyshirt verschenkt. (Da das öffentliche Zeigen selbstgemachter Applikationen von lizensierten Figuren Probleme bereiten könnte, müsst ihr euch den Mittelteil vorstellen. Ich denke, das sollte nicht allzu schwer fallen. ;-) ) Ich habe zunächst das Fledertier schwarz auf gelb appliziert und dann das Oval als Negativapplikation unter das graue Vorderteil genäht. Auf die Art wird diese Stelle nicht zu dick und steif auf dem winzigen Shirt (Gr. 68). Grundlage war, wie so oft, der Raglanschnitt von Klimperklein:


Da das Baby sich schneller als gedacht auf dem Weg machte, haben wir es nicht geschafft, uns im Kindergarten gebührend zu verabschieden, und unser Abschiedsgeschenk wurde tatsächlich zu einem Willkommensgruß im Krankenhaus, das praktischerweise um die Ecke liegt. Auch hier noch mal alles Liebe und guten Flug! :-)

Dienstag, 12. September 2017

Kleider machen junge Damen!

Wie angekündigt, soll nun auch das Schuleintrittskleid noch seinen großen Auftritt bekommen. Tadaa:


Es wurde letztendlich eine Leni von Pattydoo, wie so oft an eigene Bedürfnisse angepasst.
Wir haben zunächst Ausschnitt- und Rockformen nach Belieben kombiniert: Rückenteil mit Knopfleiste, vorn runder Ausschnitt, dazu Tellerrock. Dann hieß es vor allem Rock verlängern. Knielänge tuts einfach nicht für unsere jüngste Dame. Am liebsten hätte sie es ja knöchellang gehabt. Aus praktischen Gründen haben wir irgendwo auf halbem Wege dahin einen Kompromiss geschlossen.
Bei der Größenwahl ergab sich wieder einmal ein Dilemma. Die Weitenmaße des Kindes entsprechen laut Tabelle gerade so der 104, bei der Länge darf es dann doch schon die 116 sein. Ich habe letztendlich entschieden, die goldene Mitte zu wählen, also 110, und in der Taille auf 116 zu verlängern. Passt so.

Der Stoff mit feinem stilisiertem Blümchenmuster wurde vor Jahren bei einem Sterntaler-Werksverkauf meterweise für sehr wenig Geld erstanden. Ich wollte ihn eigentlich als Probestoff verwenden, musste mich dann aber doch ernsthaft fragen, wieso eigentlich. Es handelt sich nämlich um einen wunderbar weichen, glatten, ganz dicht gewebten Hilco-Popeline. Für Testzwecke wirklich viel zu schade und absolut passend für den großen Auftritt und eventuell viele weniger spektakuläre danach. Also ran an das gut abgelagerte Schätzchen - und schon ist ein nettes Kleidchen für die erste Anprobe bereit:


Ich hatte nun noch vorgehabt, eine pinkfarbene Stoffrose als Akzent auf der Taillennaht anzubringen. Mein Kind erklärte mir allerdings sehr erwachsen: "Weißte Mama, auf dem Stoff sind ja schon Blümchen, und das ist auch OK. Aber noch ne Blume dazu, das wäre mir einfach zu viel. Sooo gern mag ich Blümchen auch wieder nicht." Ooookaaay .... Kind lief zum stoffübersäten Wohnzimmertisch, kam mit einem pinkfarbenen Rest wieder, drapierte ihn demonstrativ über der Taille und meinte: "Aber wenn hier noch so'n Streifen wär ..." Und was soll ich sagen, sie hatte recht. Nur wie kriegt man da so einen Streifen dazwischen, wenn das Kleid schon fertig ist? Ich habe einen Gürtel genäht, ihn am Vorderteil von Hand festgeheftet, ab den Seitennähten hängt er lose und kann hinten gebunden werden. Perfekt, so bringt man das Kleid am zarten Fräulein gleich noch etwas hübscher auf Figur. Wenn ich meine stilbewussten Mädels nicht hätte ... :-)


Da haben wir Kleid 2.0, wunschgemäß mit "Streifen". Und dazu gleich einen Frisurentest. Ich hatte da an einen Ballerinaknoten gedacht, der am tanzbegeisterten Fräulein immer sehr süß aussieht. Aber Mama denkt, und Kind lenkt in eine völlig andere Richtung - auch dazu gab es ganz konkrete Anweisungen. Na bitte sehr, dann eben so:


Für den richtigen Akzent im Haar durfte es doch noch eine Blume sein. Nachdem wir erfolglos versucht hatten, eine Spange in passender Farbe zu kaufen und ich schon losnähen wollte, fand ich in meinen Vorräten tatsächlich genau die Haarspange, die wir gesucht hatten. In genau dem gedämpften Pink, das nicht einfach zu bekommen ist. Da haben wirs wieder, Vorräte sind guuut, ich brauche das alles ... irgendwann ... :-)
Beim "Liveauftritt" (schon leicht angezaust - dieses Kind sieht immer so aus, da helfen sämtliche Kämmwerkzeuge nur sehr vorübergehend ;-) ):


Etwas war da noch - fast unsichtbar, aber wirkungvoll. Man erkennt auf dem oberen Foto, dass der Rock so schön "aufploppt", wie meine Kinder das nennen. Aufploppen ist gut, und ich hatte doch da noch einen Rest Tüll auf dem Ballen vom Fasching vor zwei Jahren. Da könnte man doch schnell noch einen Petticoat ... Kann man nicht. Also jedenfalls nicht schnell. Aber gehen tuts schon, wenn man genug Platz macht und fest entschlossen ist. :-D


Das sieht jetzt nicht besonders spektakulär aus. Ist auch eher quick and dirty als professionell. Overlock- statt französischer Nähte, und nicht allzu viel Tüll. Das wollten wir auch nicht, man soll sich ja als kleiner Mensch noch drin bewegen können. Trotzdem mussten erst 4,50m an 1,50 gekräuselt werden - was noch ging - aber dann 10m an 4,50. Da braucht man ein gutes Stück vom Wohnzimmer und einen guten Teil des Abends dafür. Und, wie gesagt, Entschlossenheit, das Ganze nicht einfach in die Ecke zu schmeißen und zu vergessen. Ich habe durchgehalten, und so ist zusammen mit einem Futterrock in Tellerform (Viskosefutter) und einem Bund aus feinem Viskosejersey mit Gummizug ein ganz hübscher Petticoat entstanden. So kann man das Kleid auf ganz schick pimpen oder eben ohne Unterrock als einfacheres Sommerkleidchen tragen.

Die vielen Fotos vom Entstehungsprozess und Frisurentest existieren übrigens nur, weil die betreffende Dame sich selbst auf Bildern sehen wollte, um den Zustand des Kleides und ihre Gesamtaussehen mit den schicken Schuhen (die klappern!) so oft wie möglich mit gebührendem Abstand zu beurteilen. ;-) Das sind also schnelle Fotos direkt aus dem Alltag. Für späteres Bloggen ist das trotzdem praktisch, vor allem, wenn am großen Tag wenig Zeit für Modelfotos war.
Im Hintergrund sieht man deswegen Teile unserer neuen Küche. Die benutzt wird, was man auch sieht. Aber gut, dafür ist sie da ...
(Wer weiß, vielleicht zeig ich sie ja noch mal richtig ... Wenn ich irgendwann mit allem fertig bin, Bilder, Kissen und so.)

Zurück zum Kleid: Neben dem Stoff aus dem Sterntalerverkauf brauchte  ich dafür Futter fürs Oberteil - feine, gedämpft pinkfarbene Baumwollwebware. Daraus habe ich auch den Gürtel genäht. Außerdem brauchts Knöpfe und Schrägband für den Rocksaum, in diesem Fall mit kleiner Bogenkante, Futter und Bund für den Petticoat. Hab ich alles im lokalen Nähstübchen gefunden. Wenn man farblich perfekte Zutaten zu vorhandenem Stoff sucht, geht doch nichts über den Live-Einkauf mit Riesenauswahl.

Das wars für heute (reicht auch völlig ;-) ), bis hoffentlich bald!