Montag, 11. Dezember 2017

Joy to the world ...

... trotz allem.


 Es ist mal wieder Weihnachtszeit, und unsere fing gleich turbulent an. Am 1. Advent steigerten sich die leichten Schmerzen im Knie, über die Kind 2 schon länger geklagt hatte ("Wirst wohl wachsen ..."), so weit, dass es beim Laufen Tränen gab. Da musste natürlich etwas unternommen werden. Also am Montag ab zur Kinderärztin. (Dass ich nebenher Zahnschmerzen hatte, konnte ich noch wegstecken. Erstmal das Kind, dann sehen wir weiter ...)

Das Kind wollte auch am Montagmorgen auf keinen Fall mit seiner Klasse ins Theater fahren, weil es sich den Weg nicht zutraute. Da musste schon wirklich etwas faul sein, immerhin, es drohte keine langweilige Schule, stattdessen würde es etwas richtig Schönes verpassen. Half leider nix, definitiv Kinderärztin. Die konnte bei aller Mühe nichts feststellen, Blutuntersuchung ergab ebenfalls nichts. Sie versprach also, uns einen Termin in der Kinderchirurgie des Krankenhauses zu besorgen, weil die sich da besser mit Kinderbeschwerden auskennen würden als die Radiologen im Ärztehaus.

Am Dienstag war die Kinderchirurgin nicht im Haus, es kam also auf einen neuen Versuch am Mittwoch an. Dafür blieb Kind 3 nun auch mit daheim - fiebriger Infekt. Nix für einen Schultag, aber durchaus nach Bespaßung verlangend. Wo wir schon mal Zeit hatten, haben wir eben Plätzchen gebacken und dekoriert. Das heißt, ich habe größtenteils die Mädels machen lassen und nur hier und da helfend eingegriffen. Geht mittlerweile ganz gut, hat was, fühlt sich gleich weniger stressig an. :-)

Mein Zahn weigerte sich leider hartnäckig, sich zu beruhigen, und ich kam nicht umhin, am Mittwoch morgen trotz dem erwarteten Anruf von der Ärztin zum Zahnarzt zu gehen. Gesagt, getan, Zahn reparieren lassen und ganz sehr hoffen, dass der Nerv sich dann auch wieder einkriegt. Wurzelbehandlung vor Weihnachten will weder ich noch der Zahnarzt ...
Schnell wieder ab nach Hause, der Anruf war schon gekommen - chirurgische Ambulanz ab 9.00 Uhr. Und es war schon kurz vor 9. Also gleich wieder los, in der irrigen Annahme, dass man ja wohl zu der Zeit, für die sich der Bofrost-Mann angekündigt hatte, wieder da wäre, in reichlich 2 Stunden sollte doch diese eine Untersuchung ... wie kann man blauäugig sein ...
Dezente Verwirrung bei der Anmeldung, weil alles telefonisch gelaufen war und wir keinerlei Papier dabei hatten. Ich glaube, manchmal ist die ungeliebte und unfreiwillige Privatversicherung der Kinder doch zu was gut. Damit geht dann offenbar noch einiges ...

Chirurgische Ambulanz - warten, malen, vorlesen, warten ... Untersuchung ... warten ... Röntgen ...warten, nichts. Heißt, das Kind braucht ein MRT. Da ist nun aber ohne stationäre Aufnahme nicht in absehbarer Zeit ranzukommen. Also ließen wir uns eben stationär aufnehmen. Wieder ein bisschen warten, zum xten Mal die gleichen Fragen beantworten, messen, wiegen, noch mal untersuchen, wieder Blutabnahme, ach, gleich noch einen Zugang fürs Kontrastmittel (schade, linker Arm, bissel blöd jetzt. Hätten wir das gewusst, hätten wir das Betäubungspflaster bei unserer Linkshänderin lieber rechts kleben lassen. Na ja, ist nun halt so, sie gewöhnt sich dran.) Aufklärung zum MRT, tausend Zettel unterschreiben. Dann endlich auf Station, eine Schwester  brachte uns aufs Zimmer und verschwand wieder. Das etwas fiebrige Jüngste, das notgedrungen mit musste und bis dahin vorbildlich brav war, wälzte sich nun am Boden und erklärte nachdrücklich, es müsse nun wirklich nach Hause. Ich erkundigte mich also vorsichtig, ob wir immer noch auf irgendwas warten und - nein, es war nur grad stressig, 3 Aufnahmen gleichzeitig. Wir durften nach 5 Stunden gehen, das jammernde Jüngste endlich mit Essen versorgen, schnell nen Kaffee trinken und Sachen für Kind 2 packen. Puuuh .... Zurück ins Krankenhaus, dem Kind Gesellschaft leisten. Zum Glück bekam es noch eine nette Zimmergenossin und war nicht so allein beim Abschied.

Den nächsten Tag verbrachten wir (Kind 2 und ich) wartend im Krankenhaus. (Kind 3 konnte zum Glück anderweitig untergebracht werden, Opa sei Dank!) MRT war recht schnell für Freitag morgen angesetzt worden, das große Mädel würde also noch eine Nacht im Krankenhaus verbringen müssen - mangelnde Begeisterung. Eine Ultraschalluntersuchung, die im Lauf des Tages stattfinden sollte, kam dann doch nicht. Die Bettnachbarin durfte gehen, unser Kind nicht - Tränen. Aber die liebe Stationsschwester meinte, sie hätte nach einer weiteren Entlassung "noch ein Mädchen übrig" :-). Das kam mit ins Zimmer und schon sah die Welt wenigstens ein klein wenig besser aus.

Am Freitag konnte Kind 3 zum Glück wieder in die Schule, musste aber hingebracht werden, da es sich weigerte, überhaupt zu gehen, wenn es die 100 Meter Schulweg allein bewältigen müsste ... Was soll's, machen wir auch noch. Die Zeit reicht dann ja gerade noch so knapp, um Kind 2 noch rechtzeitig vor dem Termin beim Anziehen zu helfen ... Im Krankenhaus wurde wieder seeehr lange gewartet. Zwischendurch fanden aber tatsächlich MRT und Ultraschall statt. Gegen 14.00 Uhr durften wir dann endlich nach Hause und wissen jetzt immerhin, was mit dem Bein nicht stimmt. Kleine Zysten und ein Erguss im Gelenk, eventuell doch auch eine Entzündung. Kann durch ein Trauma ausgelöst worden sein (auch wenn uns keins bewusst ist), kann auch rheumatisch sein. Letzteres wollen wir nicht hoffen, denn das würde chronische Probleme bedeuten. Jetzt heißt es nur, Schmerzmittel, Sportbefreiung und abwarten. Vielleicht ist ja zur Nachuntersuchung wieder alles gut.

Die Weihnachtszeit wollen wir trotzdem genießen und haben natürlich ein bisschen gemütlich dekoriert. Davon gibts jetzt noch ein paar Bilder für einen erfreulichen Abschluss. Und im nächsten Post gibts wieder was Genähtes, versprochen.





Donnerstag, 23. November 2017

Malia-Magie

Allerhöchste Zeit für einen neuen Kleiderpost - dieses Mal mit einem Kleid für "große Mädchen" in der Hauptrolle. Ich durfte wieder einmal probenähen für Frau "Prachtkinder". Es wurde lange und intensiv getüftelt und perfektioniert, schöne Frauen aller Formate testeten den neuen Schnitt auf Herz und Nieren.

Was herausgekommen ist, ist ein Zauberkleid, im wahrsten Sinne des Wortes. Es tritt unter dem schönen Namen "Malia" auf und kann fast alles. Es steht so gut wie jeder Frau. Hat man (wie in meinem Fall) reichlich weibliche Rundungen zu bieten, werden die sehr charmant verpackt und vorteilhaft ins rechte Licht gerückt. Kann man nicht mit den Kurven einer Diva mithalten, sollte man es ebenfalls mit "Malia" versuchen - das Kleid zaubert notfalls die Sanduhrsilhoutte her, wo keine ist. Man fühlt sich wirklich unbeschreiblich weiblich in diesem Kleidungsstück. Komplimente bestätigen das Gefühl. ;-)

Das Beste dabei - es ist auch noch total bequem. Genäht wird es nämlich aus dehnbaren Stoffen, die jede Bewegung mitmachen. Ob fließender Viskosejersey für sommerliche Tage, festerer Romanit für den schicken Auftritt im Herbst oder feiner Strick für ein elegant wärmendes Winterteil - Malia funktioniert und lässt die Trägerin zauberhaft aussehen. Schaut euch über den Prachtkinder-Blog die vielseitigen Ergebnisse des Probenähens an und lasst euch überzeugen.

Jetzt genug der Lobreden, Beweisfotos müssen her. Mein Exemplar wurde aus Romanit genäht, der etwas Stand hat und dem Kleid dadurch eher elegantes Flair verleiht.

Etwas duster aus dem Treppenhaus, aber hier kann man den Sitz des Kleides gut beurteilen. Die eingelegten Falten in Oberteil und Rock machen "Malia" zu etwas Besonderem und betonen gleichzeitig nett die femininen Formen.

Die Bilder von draußen - mit Sonne und herrlicher Herbstfärbung - gibt's zum Ausgleich. Hier sieht man allerdings vor allem, wie das Kleid bei starkem Wind sitzt (oder klebt). :-)



Ich habe meine Malia zur Hochzeit der Schwägerin getragen und sie hat sich bestens bewährt. Es wird wohl nicht die letzte bleiben. Eine Wintervariante oder ein leichteres Jerseymodell für den Sommer reizen mich auch noch.

Wie immer, wenn ich ein Schnittmuster empfehle, bin ich ehrlich begeistert und überzeugt davon. Es wurde so intensiv und professionell daran gearbeitet bis zur größtmöglichen Perfektion, dass eigentlich nichts schiefgehen sollte. Da dieser Schnitt, um die Trägerin optimal in Szene zu setzen, eventuell an die individuellen Formen angepasst werden muss, bietet die Anleitung auch Tipps, wie das zu bewerkstelligen ist. Neben der Kleidervariante kann "Malia" auch als Shirt genäht werden.

Ich fasse zusammen: "Malia" - vielseitig, bequem, superfeminin, zauberhaft. Probiert es einfach selbst. Erhältlich ist "Malia" hier.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Männersache ... na ja, fast

17. Oktober - unser alljährliches Elternjubiläum. Was natürlich nicht so wichtig ist. Viel zentraler ist dann doch die andere Deutung des besonderen Datums: Unser Großer hat Geburtstag! Das kleine Baby mit der Strubbelfrisur, das wir in seine orangefarbene Decke gekuschelt noch immer deutlich und staunend vor uns sehen, wird wieder ein Jahr älter. 11 sind es nun schon, und so langsam aber sicher zeigen sich die ersten Anzeichen, dass das Baby lange Geschichte ist und aus dem Kind ein Mann werden will ... irgendwann.

Allergrößter Geburtstagswunsch zum Jubiläumsjahr der ersten Mondlandung wäre die Saturn V eines bekannten Herstellers von zusammensetzbarem Plastikspielzeug gewesen. Nur leider, leider war die limitierte Auflage ruckzuck ausverkauft und einzelne Exemplare nur noch zu horrenden Preisen bei cleveren profitorientierten Händlern zu bekommen. Schaaade ...
Deswegen, damit er wenigstens eine Saturn V hat, der Geburtstagskuchen:


So glaubte der junge Mann wenigstens noch beim Entern des Geburtstagstischs. Aber wir denken ja mit, kennen unser Kind nicht erst seit gestern und haben einen tiefen Kleiderschrank im Schlafzimmer ... wo auch die andere sehnlich gewünschte Mondrakete schon seit Monaten geschlummert hatte. :-D Noch nie hatte ich mich so lange und intensiv auf den Geburtstag eines Kindes gefreut. Es gab denn auch strahlende Augen und die Feststellung, dass wir ihn da aber ganz schön veralbert hätten und ja sooo gute Schauspieler wären. Wenn der wüsste, wie schwer das war! Aber der Überraschungsmoment war's wert.

Der Geburtstag bot wieder einen willkommenen Anlass, mal ein Jungenteil zu nähen, was doch nicht besonders häufig vorkommt. (Es gibt da einen Kleidungsversand, der Weltraumshirts anbietet, die ich so toll niemals hinbekommen könnte ...) Andererseits müssen ja nicht überall fotorealistische Drucke von Raumfahrtmotiven drauf sein. Auch eine Känguruhtasche sorgt zurzeit dafür, dass ein Kleidungsstück beim jungen Mann ganz oben auf der Beliebtheitsliste landet. Sollte er haben:


Er bekam einen kuscheligen "Mika" (Pattydoo) mit Lederdetails, Tubekragen und coolem Sternenbündchen in Lieblingsgrün. (Stoffe und Zubehör: stoffe.de, Leder aus einer Restetüte vom dunkelblauen Stadtkaufhaus). Und jetzt hab ich den Salat - jetzt muss ich unbedingt noch so einen nähen, weil der Herr sich sonst weigert, diesen auszuziehen und der Waschmaschine anzuvertrauen. Bis Weihnachten kann ich da wohl nicht warten ... :-)

Sonntag, 22. Oktober 2017

Ladies in Türkis

Ich hatte anlässlich der Hochzeit neue Kleider versprochen - hier sind sie nun in Wort und Bild:


Unsere beiden kleinen Damen waren auserwählt, zu den Blumenstreukindern zu gehören. Dass die Hochzeit nicht amerikanisch pompös mit Spitzen, Rüschen und riesigen Tüllwolken ausfallen würde, wussten wir. Außerdem war klar, dass wir dort hin ein paar Stündchen fahren würden und am Ziel kaum Gelegenheit hätten, knittrige Kleider noch mal aufzubügeln. Deswegen fiel die Wahl beim Kleiderschnitt und -material auf etwas Bügelfreies. Schick sollte es sein, aber auch nicht allzu sehr. Das Gesuchte fand sich im "Sweatkleid Rosa" von Pattydoo. Statt Sommersweat habe ich als feinere Alternative Romanit vernäht. Die kurzen Ärmel wurden auf herbstliche 3/4 verlängert. Die im Schnittmuster vorgesehenen Rocktaschen habe ich für einen etwas weniger sportlichen Look weggelassen. Dafür musste ich beim größeren Mädel im Rücken Abnäher einfügen, damit das Kleid gut sitzt. Ich glaube, weil sie etwas klein geraten ist, entspräche ihre Figur zwar eher schon den Schnittmustern für größere Kinder und Teens, ihre Kleidergröße bewegt sich aber noch im Bereich für die Jüngeren. Muss man halt anpassen, ist mir ja nicht neu ...



Nachdem die Kleider fertig waren, kam mir dann der eine oder andere Anflug von Zweifel, ob Mädchen in so einem Outfit beim Blumenstreuen nicht doch underdressed wäre ... Aber nein, alles gut. Die anderen jungen Damen waren so gekleidet, wie unsere eher in die Schule gehen. Das wäre mir für den Anlass wieder zu wenig gewesen. Wir hatten den türkisfarbenen Partnerlook durch cremefarbene Strumpfhosen mit Glitzerpünktchen, cremefarbene Blütenspängchen und für draußen (gekaufte) cremefarbene Fleecejacken ergänzt und fanden es schön so. Besonders die Ladies fanden sich umwerfend und schwenkten dann noch elegante Handtäschchen zu ihrem "coolen Look" - wie sie es neuerdings nennen, wenn sie ein Outfit lieben. :-D


Nicht zuletzt machten diese Kleider problemlos jede Menge Action mit, die sich automatisch ergibt, wenn Cousins und Cousinen zusammenkommen und auch noch reichlich Herzchenluftballons zur Verfügung stehen ...


Da diese neuen Lieblingsteile schnell gewaschen und ohne Bügeln wieder im Schrank gelandet sind, muss man sie im Alltag nicht hüten, sondern kann sie auch zu weniger festlichen Gelegenheiten immer wieder tragen. Genau das, was wir brauchen ...

Montag, 9. Oktober 2017

Hochzeitsglocken

... läuteten am Samstag für die Schwägerin und ihren Traummann, den wir alle mit Freuden in der Familie begrüßen. Damit der große Tag für Brautpaar und Gäste so richtig schön und unvergesslich wird, ist einiges zu bedenken, zu organisieren und zu gestalten. Zum Glück kann man, wenn man Freunde und Familie clever wählt ;-), die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen. Ich durfte mich an der Deko des Saals für die Feier austoben.

Ich schaue mir ja gern Ideen zur Ausgestaltung von Hochzeitsfeiern auf Pinterest an. Die sind so schön rundum perfekt, Geld scheint jedenfalls keine Rolle zu spielen und mit den Räumen kann man wohl meistens auch nach Herzenslust verfahren, überall Nägel einschlagen oder andere Befestigungsmöglichkeiten anbringen ... In der Realität sieht es wohl bei vielen, die es nicht auf Pinterest schaffen, etwas anders aus. Jedenfalls war es in unserem Fall so. Gleiche weiße Hussen für alle 70 Stühle fielen schon mal aus ... die Verhängung des ganzen Saals mit weißen Stoffen ebenfalls ... Wände konnten im gemieteten Saal auch nicht dekoriert werden. Also blieb uns vor allem der Tisch. Hübsch gedeckt sollte er sein, Blümchen sollten drauf stehen, Kerzen leuchten, ein bisschen was hermachen sollte das Ganze schon ... aber bezahlbar. Es durfte dabei gern etwas rustikal zugehen, schick, aber eher schlicht und gemütlich. Ich glaube, den Kommentaren von Brautpaar und Gästen nach zu urteilen, ist das gelungen. Wer also Inspirationen für eine Herbsthochzeit sucht, so haben wir's gemacht:


Im Oktober ist die Auswahl an preiswerten Blumen schon recht begrenzt. Für eine meterlange Tafel gibt der Garten nicht mehr genügend her. Will man Blumen kaufen, muss man dafür schon etwas tiefer ins Portemonnaie greifen. Eins gibt es allerdings gerade überall, mittlerweile auch in unterschiedlichsten Farbschattierungen: Heidekraut. Das sollte also die Blume der Wahl sein. Dank lieber Bekanntschaft mit elterlichem Blumenladen und Großmarktzugang war es zum Glück auch kein Problem, das gleich palettenweise zu bekommen. Die Einladungskarten des Brautpaars hatten als Farbschema schon Bordeaux und Creme vorgegeben, so dass ich mich für weiße Erika entschieden habe. Steckt man die in preiswerte Zinktöpfe vom schwedischen Möbelhaus, kommt ein bisschen Landhausglanz auf den Tisch. Abgesehen davon wirkt die schiere Menge schon für sich.


Für den warmen Kerzenschein sollten selbst gebastelte Windlichter sorgen. Wir haben viiieeele Marmeladengläser gesammelt (etwas Sand unten rein, weil viele Böden gewölbt sind) und sie mit Banderolen aufgehübscht. Dazu haben wir Bastelpapier mit Notendruck zugeschnitten und mit einem fliegenden Stanzer Herzchenfenster hineingelocht. Der "Abfall" macht sich gleich noch als Streudeko auf dem Tischläufer aus Sizoweb nützlich. Weil wir ca. 80 Gläser vorzubereiten hatten, haben Schwägerin und ich uns die Arbeit geteilt. Leider liegen im Alltag ein paar hundert Kilometer zwischen uns, so dass wir nicht bemerken konnten, dass unsere Jutekordeln unterschiedliche Rottöne hatten. Na ja, der kleine Kopfperfektionist mault zwar, aber alles noch mal ändern ... nee, dann doch nicht. Hat auch so lang genug gedauert. Und der Herbst hat schließlich viele Rottöne zu bieten. :-)


Für die Gedecke dient eine bordeauxfarbene Serviette als farbige Unterlage. Darauf wird die cremefarbene drapiert. Wir haben sie gerollt (geht gut z. B. über einer Rolle Frischhaltefolie o. ä., dann werden alle gleichmäßig), mit Jutekordel zusammengehalten und daran gleich noch ein Etikett als Tischkärtchen festgebunden. Das besteht aus Scrapbooking-Karton, wurde mit dem Blättermotiv bestempelt und mit einem Brushpen beschriftet. Eigentlich wollte ich Feder und Tinte benutzen. Leider erwies sich das Papier als zu rau und die Tinte faserte aus. Macht nichts, ist so auch nett. Noch ein Zweiglein Erika dazu, fertig.


Für das Centerpiece auf dem Brauttisch habe ich mal kurz meine Küche geplündert. Die Etagere beherbergt sonst unser Obst. Für so ein herbstlich-hochzeitliches Arrangement eignet sie sich aber auch perfekt. Der Garten spielt ebenfalls mit - die Hortensien, im Sommer weiß, haben jetzt ein so wunderschönes, glühendes Bordeaux und Grün angenommen, als hätten wir's bestellt.


Auf die Etagere kommt, was der Herbst gerade bietet und farblich passt: Kürbisse, Birnen, Trauben, Feigen, Granatäpfel.


Garniert wird mit Efeu und Heidekraut in kleinen Zinktöpfen. Da es gerade keine Minipflanzen mehr gab, wurden eben große "gerupft" und die Zweiglein in Sand gesteckt.


Eine "kahle Stelle" konnte noch durch ein bodenständiges Dekoelement verschönert werden. Als Behältnis dient wieder ein Topf vom Schweden, dieses Mal im Großformat. Der wurde mit Vogelsand gefüllt. So hält er die Birkenäste aus dem Wald. zu deren Füßen wurden Hortensie, Heidekraut und Kürbis arrangiert, ein bisschen Efeu dazu, Minilichterketten auf Draht bringen festlichen Schimmer. An den Ästen hängen "Kugeln" aus gestanzten Kreisen. Dafür durfte sich ein Buch noch einmal nützlich machen, das sonst im Altpapier gelandet wäre.


Die Deko mit allem, was dazugehört, war unser Geschenk fürs Brautpaar. Da wir ihnen die ja sozusagen nur aufs Auge, aber nicht in die Hand drücken konnten, habe ich sie noch einmal im Miniformat in einer kleinen Holzstiege nachgebaut  - für den Geschenketisch:


Ein Minigedeck aus Schnapsgläschen und Kerzenteller:


Eine Karte gehörte natürlich auch dazu, mühsam zusammengeklebt aus Blümchenkonfetti. Das war meinem Kopf nun mal eben eingefallen, und hübsch siehts ja aus ... :-) :


So, mit diesem Post finden nun wochenlanges Ideenwälzen und Basteln endlich einen Abschluss. Jetzt muss ich nur noch den Kram wegräumen, der als Spätfolge des Ganzen noch die Wohnung ziert ... :-)

Ein paar neue Kleider gab's natürlich auch zur Feier des Tages. Die gibt's dann demnächst zu sehen.

Freitag, 29. September 2017

Tschüs und Auf Wiedersehen!

Keine Angst, ich bleibe hier. :-) Es gibt nur weitere Abschiedsgeschenke für diverses Lehr- und Erziehungspersonal zu zeigen. Von manchen mussten wir uns, abgesehen von gelegentlichen Besuchen, für immer verabschieden. Von manchen nicht so ganz, denn Kind 3 macht nahtlos da weiter, wo Kind 1 die Grundschule verlassen hat - der selbe Lehrer, die selbe Hortnerin. Deshalb ist das Abschiedsgeschenk inhaltlich auch schon ein kleiner Hinweis auf das Kommende geworden. Ich packe zu solchen Anlässen gern Dinge ein, die man wirklich benutzen kann (ohne ständig an die Schule erinnert zu werden ;-) ) oder die sich mit der Zeit aufbrauchen. Kunstvolle Erinnerungsstücke mit Fotos, gestickten Namen etc. mögen ja erstmal ganz nett sein. Ich betrachte die Schenkerei allerdings auch immer ein bisschen von der Seite des Empfängers und kann mir vorstellen, dass mit den Jahren eine Lehrerwohnung zum Schrein verflossener Klassen mutieren würde, würde man das alles aufbewahren. Ich würde das nicht wollen und denke, so mancher Lehrer oder manche Lehrerin vielleicht auch nicht. ;-)

Falls jemand Inspirationen sucht - so sahen unsere kleinen Versorgungspäckchen für Raphaels sehr junge Hortnerin und für die Kita-Leiterin (der wir nach 3 Kindern im selben tollen Kindergarten nun endgültig Lebewohl sagen mussten) aus:


Alles mit ein paar netten Zettelchen zur "Erklärung" beklebt.


Für die Damen wurden die Sachen in einem Susie-Täschchen (Pattydoo) hübsch verpackt:

Für die beste Erzieherin der Welt ein Modell in Bordeaux, ihrer Lieblingsfarbe (Freundebücher sind wahre Fundgruben für nützliche Informationen :-) ). Um Emilias ewige Liebe zum Ausdruck zu bringen, mit Herzchenknopf. Und ohne ein paar Pünktchen wäre eine authentische Erinnerung an uns keinesfalls komplett. Schließlich war kitaweit bekannt, dass all die gepunkteten Gummistiefel, Regenjacken und sonstigen Accessoires in unsere Familie gehören. :-)

Für die Kita-Leiterin in etwas gedecktem Design, orientiert an ihrer Garderobe, gefällt hoffentlich so.

Hier schmuggle ich mal noch nicht gezeigte Altlasten von 2015 dazwischen. Diese Susie bekam schon Mathildas Erzieherin zum Abschied geschenkt.

Für Raphaels Hortnerin ein schön frisches Design. Wäre mein persönlicher Favorit und scheint gut anzukommen. Emilia berichtete jedenfalls, dass das Täschchen mit Stiften in täglichem Gebrauch ist.

Da der einzige Herr in der Runde, der Grundschullehrer, wohl nicht so ganz in die Zielgruppe für Kosmetiktäschchen passt, gab's für ihn ein Utensilo, das sich hoffentlich irgendwo nützlich macht.

Das waren vorerst genug Abschiede, jetzt sind wir erstmal einigermaßen im neuen Alltag angekommen und widmen uns dessen Anforderungen an Zeit, Geld und Kreativität. :-)

Dienstag, 26. September 2017

Willkommen und Abschied

Weiter gehts mit Werken aus der turbulenten Sommerzeit. Wie schon erwähnt, standen beim angehenden Schulkind einige Abschiede an. Zum Beispiel vom besten Erzieher der Welt. Da der gerade zum ersten Mal stolzer Papa wurde, war wohl die größte Freude, die man ihm machen konnte, ein Willkommensgeschenk für den Nachwuchs. Das fiel etwas speziell aus. Ein cooler Vater kann natürlich nicht mit Bärchen, Häschen und Co. und in Rosa oder Hellblau mit dem Kind auf die Piste gehen. Zum Glück hatte der Lieblingserzieher im Kindergarten seine große Begeisterung für eine wohlbekannte Fledermaus nicht verhehlt, so dass die Design- und Farbwahl nicht schwer fiel.

Daher gab es für die kleine Familie ein bei uns schon mehrfach bewährtes Wickeltäschchen für die Handtasche - gefüllt mit ein paar kleinen "Überlebenshilfen" für die erste Zeit mit Baby. In Anthrazit mit gelber Schrägbandeinfassung, mit Wachstuch gefüttert, bebügelt mit einem gekauften Porträt des Fledermannes. Die Größe richtet sich nach unseren Erfahrungswerten. So passen ein winziges Ersatzoutfit, ein oder zwei Windeln und die nötigsten Wickelutensilien hinein:


Dazu haben wir für den ultimativen Vater-Sohn-Look noch ein Babyshirt verschenkt. (Da das öffentliche Zeigen selbstgemachter Applikationen von lizensierten Figuren Probleme bereiten könnte, müsst ihr euch den Mittelteil vorstellen. Ich denke, das sollte nicht allzu schwer fallen. ;-) ) Ich habe zunächst das Fledertier schwarz auf gelb appliziert und dann das Oval als Negativapplikation unter das graue Vorderteil genäht. Auf die Art wird diese Stelle nicht zu dick und steif auf dem winzigen Shirt (Gr. 68). Grundlage war, wie so oft, der Raglanschnitt von Klimperklein:


Da das Baby sich schneller als gedacht auf dem Weg machte, haben wir es nicht geschafft, uns im Kindergarten gebührend zu verabschieden, und unser Abschiedsgeschenk wurde tatsächlich zu einem Willkommensgruß im Krankenhaus, das praktischerweise um die Ecke liegt. Auch hier noch mal alles Liebe und guten Flug! :-)